Kreuzfahrt: Was gilt, wenn ein zentraler Programmpunkt ausfällt?

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Ein Reisemangel liegt vor, wenn bei einer 8-tägigen Ostseekreuzfahrt der versprochene Landgang in Stockholm als zentraler Programmpunkt ausfällt. Der Reisende darf den Reisepreis um 25 Prozent mindern.

Die Reisenden buchten eine 8-tägige Kreuzfahrt auf der Ostsee. Die Reise führte von Kiel über Visby, Tallinn, St. Petersburg, Stockholm und Kopenhagen wieder zurück nach Kiel. Das Programm sah eine Fahrt durch die Schären vor Stockholm und einen 17-stündigen Aufenthalt im Stadthafen von Stockholm mit Landgang vor. Die Besichtigung der schwedischen Hauptstadt sollte für die Reisenden einer der Höhepunkte der Reise werden. Kurz nach Reiseantritt teilte der Veranstalter den Reisenden mit, der Hafen von Stockholm könne kurzfristig nicht angelaufen werden.

Die verärgerten Urlauber fanden jedoch über Internet heraus, dass die Schiffe des Reiseveranstalters ohnehin nur 14-tägig in Stockholm Halt machen. Die von ihnen gebuchte Tour lag nicht in diesem Rhythmus. Sie verlangten einen Teil ihres Reisepreises zurück, weil das Anlanden im Zentrum von Stockholm zwar zugesagt, aber tatsächlich nie vorgesehen war.

Das Amtsgericht München gab den Reisenden Recht. Der Zwischenstopp in Stockholm war nach den Reiseunterlagen zugesagt und damit geschuldet. Weil ein Highlight ersatzlos wegfiel, ist die Kreuzfahrt mangelhaft. Eine Minderung von 25 % des Reisepreises ist angesichts der kurzen Reisedauer angemessen (AG München, Urteil vom 1. 4. 2009, Az. 262 C 1337/09).
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