Kreuzfahrt: Noro-Virus ist kein Reisemangel

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Eine Magen-Darm-Erkrankung durch das Noro-Virus auf einem Kreuzfahrtschiff gehört zum allgemeinen Lebensrisiko. Sie stellt keinen Reisemangel dar und rechtfertigt deshalb keine Minderung des Reisepreises.

Ein Ehepaar bereiste das Mittelmeer auf einem Kreuzfahrtschiff. Wenige Tage nach dem Beginn der Reise bekam das Ehepaar Durchfall und litt an Übelkeit. Es hatte sich mit dem Noro-Virus angesteckt. Die ärztliche Behandlung kostete die Passagiere 190,00 €, zudem konnten sie zwei Tage lange nicht an Landgängen teilnehmen.

Die Urlauber verlangten jedoch die Rückzahlung des Reisepreises in Höhe von 3.000,00 € und Schadensersatz. Das Kreuzfahrtunternehmen zahlte Ehepaar kulanzhalber einen Betrag von 200,00 € für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Auch das Amtsgericht Rockstock verneinte das Vorliegen entsprechender Ansprüche. Erkrankt ein Passagier an einem Magen-Darm-Infekt, stellt dies keinen Reisemangel dar. Vielmehr verwirklicht sich darin das allgemeine Lebensrisiko, für das der Reiseveranstalter nicht haftet.

Der Veranstalter haftet nur für mangelhafte Leistungen. Es liegt auch kein Mangel darin begründet, dass die Landgänge für die beiden Passagiere ausfielen. Denn die Nicht-Teilnahme war allein ihrer Erkrankung geschuldet – und stellte keine Schlechtleistung durch den Veranstalter dar (AG Rostock, Urteil vom 10.12.2014, 47 C 210/14 ).

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