Kollision eines Treppenfahrzeugs mit einem Flugzeug ist kein außergewöhnlicher Umstand

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Der Zusammenstoß eines Treppenfahrzeugs mit einem Flugzeug befreit die Airline nicht von den Ausgleichszahlungen bei Flugverspätungen. Eine solche Kollision ist Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit eines Luftfahrtunternehmens und stellt keinen außergewöhnlichen Umstand dar, der die Ausgleichpflicht entfallen ließe.

Drei Frauen hatten einen Flug von Antalya nach Frankfurt/Main gebucht. Sie kamen mit mehr als 6-stündiger Verspätung am Ankunftsort an. Die Verspätung gründete sich einen Unfall auf dem Flughafen. Dabei war ein Treppenfahrzeug gegen das Flugzeug gefahren und beschädigte dadurch einen Flügel, sodass ein Ersatzflugzeug beschafft werden musste. Die Reisenden machten Ausgleichsansprüche wegen Flugverspätung geltend.

Bei dieser technischen Panne handele sich um einen außergewöhnlichen Umstand, argumentierte die Airline. Sie sei somit von der Zahlung von Ausgleichsansprüchen an die Fluggäste wegen Flugverspätung befreit.

Der Europäische Gerichtshof folgte dieser Argumentation jedoch nicht und stärkte mit seiner Entscheidung erneut die Fluggastrechte: Treppenfahrzeuge oder Gangways müssen notwendigerweise bei der Beförderung von Fluggästen eingesetzt werden, damit diese aus dem Flugzeug ein- und aussteigen können. Unfälle etwa beim Rangieren lassen sich dabei nicht ausschließen.

Deswegen sind Luftfahrtunternehmen immer mit Problemen konfrontiert, die sich aus dem Einsatz solcher Geräte ergeben. Folglich ist der Zusammenstoß von Treppenfahrzeug und Flugzeug als ein Vorkommnis zu werten, das Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit eines Luftfahrtunternehmens ist – und somit eben gerade kein außergewöhnlicher Umstand, der das Unternehmen hinsichtlich der Entschädigungspflicht bei Flugverspätungen entlasten kann (EuGH, Beschluss vom 14.11.2014, C-394/14 ).

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