Kinderverbot im Hotel ist zulässig

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Ein Reiseveranstalter darf auch Hotels anbieten, die nur für Gäste ab 16 Jahren gebucht werden können. Das Ruhe- und Erholungsbedürfnis von Erwachsenen stellt einen sachlichen Grund für eine zulässige unterschiedliche Behandlung dar.

Eine Familie hatte ihre Ferien in einem Hotel auf Mallorca verbracht. Das Hotel verfügte über ein spezielles Kinderangebot (z.B. Planschbecken, Kinderbuffet). Als sie im darauffolgenden Jahr dasselbe Hotel wieder buchen wollten, wurde ihr das verwehrt.

Der Hotelbetreiber hatte das Konzept gewechselt und öffnete es nur noch für Gäste ab 16 Jahren. Darauf wies auch der Katalog des Reiseveranstalters hin. Die Familie fühlte sich dadurch benachteiligt und verlangte Schmerzensgeld wegen einer unzulässigen Altersdiskriminierung.

Das Landgericht Hannover beurteilte dies anders. Die Beschränkung der Buchungsmöglichkeit für das Hotel auf Mallorca ist zulässig. Ein Reiseveranstalter darf Hotels in sein Katalogangebot aufnehmen, die nur für Erwachsene bzw. Gäste ab 16 Jahren buchbar sind. Denn dem Betreiber eines Hotels steht zum einen das Hausrecht zu. So darf er grundsätzlich bestimmte Personen von der Nutzung ausschließen bzw. den Zugang und den Umfang der Nutzung seiner Räumlichkeiten beschränken.

Hier geht aus der Hotelbeschreibung eindeutig hervor, dass das Hotelkonzept auf Ruhe und Wellness basiert und sich somit an Erwachsene richtet. Diesem Erholungszweck widersprichen die gänzlich anderen Bedürfnisse von Kindern in den Ferien. Somit liegt zum anderen auch ein sachlicher Grund für eine unterschiedliche Behandlung vor (§ 20 Abs. 1 AGG; LG Hannover, Urteil vom 23.1.2013, 6 O 115/12 ).

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