Keine Voreinstellungen für Zusatzleistungen bei Online-Buchungen

 - 

Auch Reisevermittler dürfen ihren Kunden bei der Online-Flugbuchung keine Reiserücktrittsversicherung unterschieben, die diese gar nicht wollen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen ging gerichtlich gegen den Reiseanbieter ebookers.com Deutschland vor. Hintergrund: Bereits seit dem vergangenen Herbst verbietet eine EU-Richtlinie Fluglinien, beim Online-Verkauf von Flugtickets automatisch eine Reiserücktrittsversicherung dazuzubuchen. Zulässig ist es zwar, entsprechende Leistungen anzubieten, doch der Online-Kunde muss diese selbst auswählen und anklicken.

Der Europäische Gerichtshof stellte nun klar: Die EU-Vorschrift gilt nicht nur für Fluglinien, sondern auch für die Vermittler von Flugreisen. Er stärkt damit die Rechte von Flugreisenden. Denn ein Reiseanbieter darf beim Online-Verkauf von Flugtickets seinen Kunden nicht automatisch eine voreingestellte Reiserücktrittsversicherung dazubuchen, sofern der Kunde sie nicht bewusst abwählt (opt-out-Lösung).

Die Richter am EuGH verlangen stattdessen eine sogenannte opt-in-Lösung. Konkret: Der Online-Flugkunde muss ein entsprechendes Angebot (z.B. eine kostenpflichtige Versicherungen) ausdrücklich annehmen, also anklicken statt wegklicken EuGH, Urteil vom 19.7.2012, C-112/11 ).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.