Keine Stornogebühren bei höherer Gewalt

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Reisende dürfen eine gebuchte Kreuzfahrt auch dann kostenlos stornieren, wenn die gesondert gebuchten Flüge zum Startpunkt der Reise wegen eines behördlichen Flugverbots gestrichen werden (z.B. wegen einer Aschewolke nach einem Vulkanausbruch). Hier liegt ein Fall höherer Gewalt vor.

Ein Ehepaar hatte in einem Reisebüro eine Karibik-Kreuzfahrt gebucht, die in Fort Lauderdale (USA) beginnen sollte. Davon getrennt hatten die Urlauber Flüge in die USA gekauft. Diese fielen im April 2010 jedoch wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull aus. Die zuständigen Behörden hatten ein Flugverbot verhängt.

So konnten die Reisenden nicht zum Ausgangspunkt der gebuchten Kreuzfahrt fliegen. Sie kündigten daraufhin den Vertrag für die Kreuzfahrt einen Tag vor Beginn. Der Veranstalter forderte 90 % des Reisepreises als Stornogebühr. Das waren die Urlauber nicht bereit zu zahlen, schließlich liege ein Fall höherer Gewalt vor.

Der Bundesgerichtshof stärkt mit seiner Entscheidung die Rechte der Reisenden. Diese dürfen einen Reisevertrag über die Teilnahme an einer Kreuzfahrt wirksam kündigen, wenn die Reise aufgrund nicht vorhersehbarer höherer Gewalt nicht angetreten werden kann. Hier konnte die in den USA beginnende Kreuzfahrt als solche zwar durchgeführt werden. Doch für europäische Gäste war die Teilnahme aufgrund der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island offensichtlich unmöglich. Es bestand ein behördliches Flugverbot.

Konsequenz: Infolge der wirksamen Kündigung verlor der Verstalter der Kreuzfahrt seinen Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis (BGH, Urteil vom 18.12.2012, X ZR 2/12 ).

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