Keine Haftung für unbefugtes Nutzen eines Trainingsgeräts

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Wer in einem Fitnessstudio oder beim Physiotherapeuten eigenmächtig Geräte ohne Einweisung benutzt und sich dabei verletzt, gefährdet sich selbst. Der Inhaber und Betreiber der Fitnessgeräte haftet für diese Unfälle nicht.

Einer Patientin war Krankengymnastik verordnet worden. Die Frau ging deshalb zur Behandlung in eine physiotherapeutische Praxis. Dort nahm sie an einem Funktionstraining teil und durfte danach die Praxisräume mit den Trainingsgeräten jederzeit besuchen.

In den Räumlichkeiten stand auch ein Laufband, das jedoch nicht zum Trainingsplan der Frau gehörte. Deshalb hatte der Praxisinhaber ihr die Handhabung des Gerätes auch nicht erklärt. Die Frau stellte sich gleichwohl auf das Laufband. Sie nahm es in Betrieb, verlor das Gleichgewicht, stürzte und quetschte sich dabei die linke Hand. Sie verlangte daraufhin vom Physiotherapeuten als Inhaber und Betreiber der Fitnessgeräte Schadensersatz und Schmerzensgeld. Er habe seine Verkehrssicherungspflicht verletzt.

Das Oberlandesgericht Oldenburg konnte kein Versäumnis des Praxisinhabers feststellen. Die Frau ist eingewiesen worden, welche Geräte sie für ihre Therapie wie benutzen darf. Dass sie eigenmächtig aufs Laufband steigt und sich dabei verletzt, liegt in ihrem eigenen Risiko. Für diese Selbstgefährdung haftet der Betreiber und Inhaber der Fitnessgeräte nicht. Insbesondere muss er auch keine besonderen Schutzvorkehrungen gegen das unbefugte Benutzen der Geräte treffen, etwa eine ständige Aufsichtsperson einsetzen (OLG Oldenburg, Urteil vom 13. 2. 2009, Az. 6 U 212/08).

Mehr über die rechtliche Seite des Besuches eines Fitnessstudios erfahren Sie in den "Rechtstipps" in Gruppe 10.

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