Keine Entschädigung bei Flugverzögerung wegen Vogelschlags

 - 

Verzögert sich ein Flug, weil Vögel in ein Triebwerk geraten sind, steht den betroffenen Flugpassagieren kein Anspruch auf eine Ausgleichsleistung nach der Fluggastrechteverordnung zu. Ein sogenannter Vogelschlag gilt als außergewöhnlicher Umstand, für den die Airline nicht einstehen muss.

Ein Fluggast wollte von Banjul in Gambia zurück nach Frankfurt/Main fliegen. Die aus Deutschland kommende Maschine erlitt beim Landeanflug jedoch einen Vogelschlag. Ein Triebwerk wurde dabei beschädigt. Die Maschine konnte nicht rechtzeitig repariert werden. Ein Ersatzflugzeug musste daraufhin aus Brüssel einfliegen. Folge: Der Mann kam mit 1-tägiger Verspätung zu Hause an.

Er verlangte für die Flugverspätung von der Fluggesellschaft einen Ausgleich. Doch diese verwies darauf, Vogelschlag sei ein außergewöhnlicher Umstand, für den sie nicht einzustehen habe.

Der Bundesgerichtshof hatte in dieser Frage das letzte Wort und stellte sich auf die Seite der Fluggesellschaft. Die Airline muss keine Ausgleichszahlungen leisten, wenn sie nachweisen kann, dass der Grund für die Flugannullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen getroffen worden wären.

Ein Vogelschlag ist ein solcher außergewöhnlicher Umstand. Er wirkt von außen auf den Flugverkehr ein und ist für das Luftverkehrsunternehmen weder vorhersehbar noch beherrschbar. Vögel gezielt zu vertreiben, fällt nicht in den Verantwortungsbereich der Airlines, hierfür ist vielmehr der Flughafenbetreiber zuständig. Die infolge des Vogelschlags auftretende Flugverzögerung ist unvermeidbar gewesen, denn die Fluggesellschaft musste auf dem Flughafen Banjul keine Ersatzmaschine vorhalten (BGH, Urteil vom 24.9.2013, X ZR 160/12 ).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.