Keine Ausgleichszahlung bei Flugannullierung wegen fehlendem Enteisungsmittel

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Flugpassagiere erhalten keine Entschädigung, wenn die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen ist. Dazu zählt beispielsweise, wenn infolge anhaltend schlechter Wetterbedingungen nicht genügend Enteisungsmittel zur Verfügung steht.

Im Dezember 2010 musste ein Flug von Berlin nach Madrid wegen Schneechaos annulliert werden. Mehrtägiger Schneefall hatte die Vorräte an Enteisungsmitteln am Flughafen aufgebraucht. Folge: Eine Flugzeugenteisung war unmöglich. Ein Flugreisender buchte daraufhin einen anderen Flug und verlangte für die Annullierung eine Ausgleichszahlung.

Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Königs Wusterhausens ging er jedoch leer aus. Denn die Airline muss keine Ausgleichszahlung leisten, wenn die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen ist, die unvermeidbar waren.

Hier konnte die Fluggesellschaft bzw. der Flughafenbetreiber nachweisen, dass außergewöhnliche Umstände vorlagen. Es war ein ausreichend großer Vorrat an Enteisungsmittel angelegt worden, der jedoch aufgrund der extremen, nicht vorhersehbaren Wetterlage nicht ausreichte (AG Königs-Wusterhausen, Urteil vom 8.6.2011, 9 C 113/11, NJW-RR 2012 S. 51).

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