Hundehalter haftet auch für angeketteten Hund

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Ein Hundehalter haftet in aller Regel für Bissverletzungen durch seinen Hund. Ist der Hund als "beißwütig" bekannt, gilt dies auch, wenn er im Zeitpunkt der Bissattacke angekettet war.

Ein 8-jähriger Junge nahm mit seinen Eltern an einer Familienfeier teil. Im Hof des Restaurants hielt sich ein angeketteter Hund auf. Die Hundehalterin machte die Gäste auf die Gefährlichkeit des Hundes aufmerksam. Während des Festes schlich sich der Junge unbemerkt in den Hof zum Hund. Der biss ihn ins Gesicht. Die Eltern des Kindes machten ein Schmerzensgeld in Höhe von 12.500 Euro geltend.

Das Landgerichts Coburg verurteilte die Hundehalterin, Schmerzensgeld zu bezahlen. Durch den Hundebiss hat sich die "typische Tiergefahr" verwirklicht, für sie einzustehen hat. Zwar hatte sich das Kind dem Hund trotz Warnung genähert. Weil der Vierbeiner aber aufgrund früherer Vorfälle als "beißwütig" bekannt war, hätte die Halterin ihn wegsperren müssen. Zudem wusste sie, dass zum Familienfest auch Kinder mitkommen würden.

Das Gericht begrenzte das Schmerzensgeld jedoch auf 1.500 Euro. Den Jungen traf ein Mitverschulden. Erstens hat er sich trotz Warnung dem Hund genähert. Zweites weiß ein 8-Jähriger, dass fremde Hunde gefährlich sind. Drittens ist die Verletzung praktisch folgenlos verheilt (LG Coburg, Urteil vom 10. 6. 2008, Az. 11 O 660/07).

Was Sie als Tierhalter rund um den "Streitfall Haustier" wissen sollten, können Sie in der Gruppe 10 der "Rechtstipps" nachlesen.

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