Haftung für Schaden am Pkw eines Kreuzfahrtpassagiers

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Wird während einer mehrtägigen Kreuzfahrt ein in einem öffentlichen Parkhaus abgestellter Pkw beschädigt, haftet das Kreuzfahrtunternehmen, sofern mit ihm ein Verwahrungsvertrag über den Pkw abgeschlossen wurde. Ob das der Fall ist, bestimmt sich aus der Sicht des Reisenden.

Ein Urlauber hatte bei einem Kreuzfahrtanbieter eine Mittelmeer-Kreuzfahrt und gleichzeitig für die Dauer der Reise den angebotenen Parkservice für seinen Pkw in einem öffentlichen Parkhaus zum Preis von 90,00 € gebucht. Der Mann reiste mit dem Auto an und übergab dieses bei Reiseantritt im Hafen von Genua an den Parkservice. Bei seiner Rückkehr nahm er das Fahrzeug mit zahlreichen Schäden in Empfang.

Er verlangte von dem Kreuzfahrtunternehmen die Reparaturkosten in Höhe von 1.923,24 € zurück, zuzüglich der Kosten für den Kostenvoranschlag ( 41,60 €) sowie eine Auslagenpauschale ( 25,00 €).

Das Kreuzfahrtunternehmen zahlte nicht. Es berief sich darauf, das Parkhaus nicht selbst zu betreiben. Es habe den Parkplatz lediglich kostenpflichtig vermittelt. Der Geschädigte solle sich mit seinen Ersatzansprüchen an den Parkhausbetreiber halten.

Das Amtsgericht München stellte sich auf die Seite des Geschädigten. Das Kreuzfahrtunternehmen muss für den gesamten Schaden aufkommen. Es haftet aus einem sogenannten Verwahrungsvertrag , der zwischen dem Reisenden und dem Unternehmen abgeschlossen wurde.

Dabei ist auf die Sicht des Passagiers abzustellen. Für ihn ist bei der Buchung des Parkplatzes das Kreuzfahrtunternehmen Vertragspartner geworden. Denn es war für den Mann nicht erkennenbar, dass das Unternehmen den Parkservice lediglich vermittelt hat. Die Parkgebühr in Höhe von 90,00 € wurde vom sogenannten Bordkonto abgebucht. Zudem hat er den Pkw am Hafenterminal an Mitarbeiter ausgehändigt, von denen er annehmen durfte, es handle sich um Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens. Schließlich ergab sich auch nicht aus der Beschreibung im Reisekatalog, dass ein separater Mietvertrag mit einem örtlichen Parkhausbetreiber abgeschlossen wird (AG München, Urteil vom 19.3.2015, 122 C 21221/14 ).

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