Freizeit: Zur Haftung bei einem Unfall im Skikurs

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Die Sorgfaltspflichten von Skifahrern orientieren sich an den FIS-Regeln. Wer sie verletzt, haftet für sein Fehlverhalten. Sie gelten auch im Verhältnis zwischen Kursteilnehmern desselben Skikurses.

Eine Skifahrerin überquerte langsam fahrend die Piste, um zu ihrer wartenden Skikursgruppe aufzuschließen. Ein „Mitschüler“, der hinter der Frau fuhr, stieß mit ihr zusammen. Die Frau verletzte sich dabei.

Sie verlangte Schadensersatz und Schmerzensgeld und berief sich dazu auf die Regeln des internationalen Skiverbandes (FIS). Nach FIS-Regel Nr. 3 muss der von hinten kommende Skifahrer seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet. Da der Mann gegen diese Regel verstoßen habe, trage er die alleinige Schuld an dem Skiunfall.

Das Oberlandesgericht München bejahte die volle Haftung des Skifahrers, denn die vorausfahrende Skifahrerin  hatte uneingeschränkte Vorfahrt. Der hinterherfahrende Skifahrer muss ausreichend Abstand halten, um dem Vorausfahrenden für sämtliche Bewegungen genügend Raum zu lassen (z. B. für kurze oder weite Schwünge, Schrägfahrten). Auch auf einen jederzeitigen Richtungswechsel muss er sich einstellen.

Der vorausfahrende Skifahrer muss nur die in seinem Gesichtsfeld liegenden Vorgänge beachten und seinerseits auf vorausfahrende Skifahren Rücksicht nehmen. Hingegen muss er sich weder hangwärts noch nach hinten orientieren. Schließlich hat er hinten keine Augen. Somit trifft die Frau kein Mitverschulden an dem Skiunfall.

Diese Haftungsgrundsätze gelten auch für Teilnehmer eines Skikurses. Sie sind untereinander nicht haftungsprivilegiert. Konkret: Der Skifahrer hätte hier notfalls einen Sturz hinlegen müssen, um den Zusammenprall mit der Frau zu verhindern (OLG München, Urteil vom 20. 1. 2011, Az. 20 U 4661/10).

 

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