Freizeit: Reitanfänger darf bei Wechsel des Reitlehrers Mitgliedschaft fristlos kündigen

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Für einen Reitanfänger ist die Betreuung durch einen bestimmten Reitlehrerr besonders wichtig. Fällt die persönliche Betreuung weg, darf der Reitschüler fristlos die Reitstall-Mitgliedschaft kündigen.

Ein Ehepaar führte gemeinsam einen Reitstall. Ein Reitanfänger unterzeichnete dort einen Unterrichtsvertrag mit 13-monatiger Laufzeit. Er nahm Reitunterricht bei dem Ehemann, auf dessen Reit- und Turniererfahrung und Fachkompetenz er Wert legte und zu dem er während der ersten Unterrichtseinheiten ein besonderes Vertrauensverhältnis aufbaute. Die Betreuung durch diesen Reitlehrer war ihm deshalb zugesichert worden.

Etwa vier Monate später trennte sich das Ehepaar. Der Mann nahm sechs der Pferde mit, darunter auch die vom Schüler bevorzugt gerittenen Pferde Max und Moritz. Daraufhin kündigte der Reitschüler seine Mitgliedschaft im Reitstall fristlos. Die Frau wollte den Mann aber nicht so einfach ziehen lassen und verlangte die ausstehenden Beiträge. Sie selbst sei ebenfalls eine gute Reiterin und habe weitere Reitlehrer unter Vertrag, die den Unterricht fortsetzen können.

Das Amtsgericht München hielt die fristlose Kündigung für wirksam. Der Reitschüler hatte einen wichtigen Grund zur Kündigung. Für ihn spielte die persönliche Betreuung durch den Inhaber der Reitschule eine entscheidende Rolle. Sie war ihm bei Vertragsschluss zugesichert worden. Es ist ihm daher nicht zumutbar, am Vertrag festgehalten zu werden, wenn das Vertrauensverhältnis zu dem Reitlehrer wegfällt. Zudem spricht für eine vorzeitige Vertragsauflösung, dass der Vertrag ohne die zugesicherte Betreuung noch neuneinhalb Monate gelaufen wäre (AG München, Urteil vom 23. 7. 2010, Az. 275 C 24038/09).

 

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