Flugreise: Zubringerflug gestrichen - Entschädigung für die gesamte Strecke

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Der Bundesgerichtshof stärkte erneut die Rechte von Fluggästen. Wer aufgrund der Annullierung eines Zubringerfluges verspätet am Zielort ankommt, hat Anspruch auf die Entschädigung für die gesamte Strecke.

Ein Ehepaar wollte mit der Fluglinie KLM von Berlin nach Amsterdam und von dort in die Karibik fliegen. Der erste Flug wurde wegen Nebels annulliert, sodass die Flugreisenden den Anschlussflug nicht erreichen konnten. KLM zog deshalb das Kombi-Tickets ein und gab Ersatzflugscheine für den Folgetag aus, an dem der Flug dann auch stattfand.

Die Reisenden kamen also mit 1-tägiger Verspätung auf Aruba an. Sie verlangten von der Airline Entschädigung in Höhe von 600 Euro pro Person. Sie beriefen sich dabei auf die europäische Fluggastrechteverordnung, die diesen Betrag bei einem Fernflug von mehr als 3500 Kilometer vorsieht.

KLM zeigte sich knausrig und wollte den Fluggästen zunächst keine Entschädigung zahlen. Der Flug nach Amsterdam sei aufgrund höherer Gewalt (hier: Nebel) ausgefallen. Allenfalls war die Airline bereit, für die Teilstrecke Entschädigung zu leisten, also für den Flug Berlin-Amsterdam in Höhe von 250 Euro pro Person.

Diese Berechnung ließ der BGH nicht zu und stärkt mit dieser Entscheidung die Rechte von Fluggästen: Auch wenn nur der Zubringerflug gestrichen wird, steht dem Flugreisenden die Entschädigung für die gesamte Strecke zu.

Denn nicht die Entfernung zum Zielort des Zubringerflugs ist maßgeblich, sondern das Endziel des letzten Fluges. Bei direkten Anschlussflügen sind also auch die weiteren Zielorte zu berücksichtigen, an denen der Fluggast infolge der Annullierung verspätet ankommt.

Das ergibt sich eindeutig aus der Fluggastrechteverordnung. Diese staffelt Entschädigungsleistungen nach Entfernung. Für Entfernungen über 3500 Kilometer werden im Falle der Flugannullierung 600 Euro fällig (BGH, Urteil vom 14. 10. 2010, Az. Xa ZR 15/10). 

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