Flugreise: Schmerzensgeld wegen Allergieschock auf Erfrischungstuch

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Ein Flugreisender kann von der Airline Schmerzensgeld verlangen, wenn er während eines Langstreckenfluges durch die Verteilung von dampfenden Saunatüchern eine schwere allergische Reaktion erleidet. Vorausgesetzt, er hat die Crew vorab auf dieses Risiko hingewiesen.

Auf einem Langstreckenflug nach Indien erlitt eine Passagierin einen Allergieschock mit Atemnot und musste nach der Landung vom Notarzt behandelt werden. Ausgelöst wurde die Allergie durch die Dämpfe sogenannter Saunatücher , die auf dem Flug zur Entspannung verteilt werden.

Die Frau hatte ein Crewmitglied auf ihre Allergie aufmerksam gemacht und darum gebeten, von dem Austeilen der dampfenden Tücher Abstand zu nehmen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main sprach der Flugreisenden ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.500,00 € auf der Grundlage des Montrealer Übereinkommens zu. Im vorliegenden Fall hat sich eine "typische, dem Luftverkehr eigentümliche Gefahr" verwirklicht. Die Crew wusste um das Risiko einer allergischen Reaktion bzw. das informierte Crew-Mitglied hätte die anderen Kollegen darüber informieren müssen. Die Besatzung hätte deshalb das Austeilen der Tücher entweder gänzlich unterlassen oder während dieses Vorgangs die Frau isolieren müssen.

Die Passagierin trifft allerdings ein Mitverschulden. Sie hätte, als die Tücher verteilt worden sind, laut dagegen protestieren müssen (OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 16.4.2014, 16 U 170/13 ).

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