Flugreise: Schadenshöhe bei Gepäckverlust richtet sich nicht nach der Anzahl der Gepäckscheine

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Die Haftungshöchstgrenze bei Verlust von Reisegepäck bemisst sich auch bei Aufgabe von Gegenständen im Gepäckstück eines Mitreisenden pro Reisendem und nicht nach der Zahl der vorhandenen Gepäckscheine. Folge: Bei Gepäckverlust steht jedem Flugreisenden Schadensersatz bis zur Höchstgrenze zu.

Eine Urlauberin machte im August 2008 zusammen mit ihrem Lebensgefährten eine Golf-Reise. Sie flogen von Frankfurt/Main nach Malaga. Die Frau gab das Gepäck auf, darunter auch eine Golftasche mit der gemeinsamen Golf-Ausrüstung. Diese Tasche ging verloren.

Die Fluggesellschaft ersetzte jedoch nur 1.000,- Euro und berief sich dabei auf die Höchstgrenze für Gepäckverlust nach dem Montrealer Übereinkommen. Diese Grenze gilt "pro Reisendem". Die Passagierin habe nur einen Gepäckschein für das aufgegebene Reisegepäck erhalten. Das sei maßgeblich für die Beurteilung der Schadenshöhe. Es komme nicht darauf an, ob ihr Gepäck auch Gegenstände ihres Mitreisenden enthalten habe. Die Frau blieb hartnäckig und forderte weitere 750,- Euro.

Der Bundesgerichtshof hatte also zu klären, ob sich die Zahl der Reisenden auf die Flugtickets bezieht oder auf die Zahl der Gepäckscheine. Mit seiner jüngsten Entscheidung stärkte er die Rechte von Passagieren bei Gepäckverlust.

Denn nicht der Gepäckschein ist entscheidend für mögliche Schadensersatzansprüche. Nach dem Montrealer Übereinkommen steht vielmehr jedem Reisenden ein Anspruch zu, auch wenn er sein Gepäck im Koffer eines Mitreisenden verstaut hat.

Folge: Die Airline muss mehr bezahlen. Über die Höhe entscheidet die Vorinstanz, an die der Fall zurückverwiesen wurde (BGH, Urteil vom 15. 3. 2011, Az. X ZR 99/10).

 

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