Flugreise: Keine Flugbeförderung mit Pass ohne Lichtbild

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Wer unzureichende Reiseunterlagen beim Check-in vorlegt (z. B. einen Pass ohne Passfoto), den muss eine Fluggesellschaft nicht befördern und ihm keinen Schadensersatz wegen Nichtbeförderung bezahlen.

Eine Ehepaar wollte mit seinem minderjährigen Sohn im Januar 2008 nach Bangkok fliegen. Bereits am Check-in am Frankfurter Flughafen fand die Reise ein vorläufiges Ende. Grund: Dort wurden die Urlauber von einer Mitarbeiterin zurückgewiesen, weil im Pass des Sohnes ein Foto fehlte. Das Lichtbild aber war seit November 2007 für die Einreise nach Thailand vorgeschrieben.

So mussten die Reisenden zunächst das fehlende Foto besorgen und konnten ihren Urlaub erst drei Tage später antreten. Das kostete sie knapp 500 Euro zusätzlich. Für diesen Schaden sollte die Fluglinie aufkommen und zusätzliche 1800 Euro Schadensersatz für die Nichtbeförderung berappen. Das Flugunternehmen zahlte nicht und verwies auf die geltenden Einreisebestimmungen. Das Lichtbild im Pass sei bei einer Thailandreise vorgeschrieben, deshalb wurde die Beförderung zu Recht verweigert.

Das Amtsgericht München wies die Schadensersatzansprüche ab. Die Airline durfte die Beförderung ablehnen, weil vorgeschriebene Reiseunterlagen fehlten. Ein Pass ohne Foto gilt rechtlich nur als Passersatz, der für die Einreise nach Thailand nicht ausreicht. Das gilt auch für minderjährige Reisende.

Dass den Urlaubern die Änderungen der Einreisebestimmungen nicht bekannt waren, geht zu ihren Lasten. Sie hätten sich rechtzeitig darum kümmen müssen, ob sie die Einreise- und Visabestimmungen erfüllen (AG München, Urteil vom 14. 1. 2010, Az. 283 C 25289/08).

Rechtstipp
Informieren Sie sich vor einer Urlaubsreise über die aktuellen Einreisebestimmungen Ihres Reisezieles. Auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes sind diese jederzeit abrufbar .

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