Flugreise: Erstattungsverfahren darf nicht schikanös sein

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Aus welchem Grund auch immer Sie einen Flug nicht antreten (z. B. Stornierung, Flugausfall), bereits bezahlte Flughafensteuer und Sicherheitsgebühren können Sie auf jeden Fall von der Airline zurückverlangen. Diese darf dabei keine schikanösen Erstattungsanträge verwenden oder hohe Bearbeitungsgebühren verlangen.

Die Erstattungspraxis der Airline Germanwings war Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. Die Fluggesellschaft mutete ihren Fluggästen ein schikanöses und teures Verfahren zu, um bei Nichtantritt eines Fluges die im Voraus bezahlten Steuern und Flughafengebühren erstattet zu bekommen. Und dies obwohl die Kunden einen Rechtsanspruch auf Erstattung haben.

Germanwings verlangte von seinen Kunden, ein mehrseitiges Antragsformular zu verwenden. Dieses musste aus dem Internet heruntergeladen und ausgedruckt werden. Über 50 Angaben pro Person waren händisch auszufüllen. Schließlich sollte der Antrag "ungeknickt" und mit sämtlichen Original-Reiseunterlagen per Post verschickt werden - am besten noch per teurem Einschreiben mit Rückschein. Zudem verlangte Germanwings für die Bearbeitung eine Gebühr von 5,50 Euro pro Person.

Die Verbraucherzentrale Bundesverbands kritisierte, das Prozedere diene allein dazu, den Fluggästen die Durchsetzung des Erstattungsanspruchs unnötig zu erschweren. Das Landgericht Köln bewertete das Verfahren ebenfalls als schikanös und untersagte Germanwings, die strittigen Formulare und die Gebührenklausel weiter zu verwenden (LG Köln, Urteil vom 6. 5. 2010, Az. 31 O 76/10).

Rechtstipp
Wenden Sie sich an den Online-Anbieter "Flug-Storno". Für derzeit 7,90 Euro je Person und Flug wird Ihnen die Auseinandersetzung mit den meisten Airlines abgenommen. Die Gebühr wird nur dann fällig, wenn Sie Steuern und Gebühren tatsächlich erhalten haben.

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