Flugreise: Airline darf Flug nicht wegen fehlender Kreditkarte verweigern

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Eine Fluggesellschaft darf einen Fluggast nicht vom Flug ausschließen, weil er die zur Ticketzahlung genutzte Kreditkarte beim Einchecken nicht vorlegen kann. Begründung: Eine Kreditkarte ist keine für den Antritt des Fluges notwendige Reiseunterlage.

Eine Flugreisende hatte bei der spanischen Airline Iberia ein Flugticket online gebucht und per Kreditkarte bezahlt. Die Buchung wurde bestätigt. Als die Frau am Check-In-Schalter jedoch die entsprechende Kreditkarte nicht vorlegen konnte, verweigerte die Fluggesellschaft ihr die Mitnahme. Sie verwies auf eine entsprechende Regelung im Kleingedruckten.

Es half der Frau nichts, dass sie die Karte unverschuldet nicht vorlegen konnte. Ihre Bank hatte sie aus Sicherheitsgründen zurückgefordert, um sie auszutauschen. Auch die Kreditkartenrechnung genügte den Airline-Mitarbeitern nicht als Beleg. Folge: Die Frau musste gegen eine Gebühr von 50,- Euro auf eine andere Maschine umbuchen. Sie klagte auf Schadensersatz.

Den sprachen ihr die Richter am Landgericht Frankfurt/Main zu: Die Klausel, wonach Flugpassagiere nicht mitgenommen werden, wenn sie die Kreditkarte nicht vorlegen, ist unwirksam. Schließlich ist eine Kreditkarte ein Zahlungsmittel und keine für den Antritt des Fluges nötige Reiseunterlage. Durch diese Regelung werden Flugreisende unangemessen benachteiligt, weil ihren trotz bestätigter Buchung die Flugreise verweigert wird. Sie darf nicht weiter verwendet werden (LG Frankfurt/Main, Urteil vom 27. 1. 2011, Az. 2 24 O 142/10).

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