Fluggesellschaft haftet für verspätete Ankunft bei Umsteigeflügen

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Erreichen Flugpassagiere mit einer Verspätung von mehr als drei Stunden ihr Ziel, steht ihnen grundsätzlich eine Ausgleichszahlung von bis zu 600,00 € zu. Das gilt auch für Passagiere mit Umsteigeverbindungen, wenn sie am Zielort mehr als 3-stündige Verspätung haben. Die Entschädigung hängt nicht von einer entsprechenden Verspätung bereits beim Abflug ab.

Eine Frau hatte bei Air France einen Flug von Bremen über Paris und Brasilien nach Paraguay gebucht. Bereits der Abflug in Bremen verzögerte sich um 2 1/2 Stunden. Folge: Beide Anschussflüge waren weg. Die Reisende kam deshalb am Zielort in Paraguay mit elf Stunden Verspätung an. Sie berief sich auf die Fluggastrechte und verlangte eine Ausgleichszahlung in Höhe von 600,00 €.

Die Fluggesellschaft verweigerte die Leistung mit der Begründung, die mehr als 3-stündige Verspätung müsse im Zeitpunkt des Abfluges und nicht bei der Ankunft vorliegen.

Der Europäische Gerichtshof widersprach dieser Argumentaiton und stellte klar: Fluggäste mit Anschlussflügen haben Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600,00 €, wenn sie an ihrem Endziel mit einer Verspätung von drei Stunden oder mehr ankommen. Es kommt nicht darauf an, dass schon die Verspätung des ersten Fluges diese Grenze überschritten hat (EuGH, Urteil vom 26.2.2013, C-11/11 ).

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