Fluggastrechte gelten auch für Kleinkinder

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Bei einer großen Flugverspätung oder Annullierung des Fluges stehen auch Kleinkindern Ausgleichszahlungen zu, sofern sie nicht kostenlos reisen und eine Buchungsbestätigung auf ihren Namen vorliegt. Unerheblich ist, ob das Kind einen eigenen Sitzplatz hatte.

Eine Familie hatte einen Flug von Stuttgart nach Palma de Mallorca gebucht, der mehr als drei Stunden später am Zielort ankam. Die Flugreisenden verlangten deshalb von der Fluggesellschaft eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung in Höhe von 250,00 € pro Person.

Sie machten diese Entschädigung auch für die 16-monatige Tochter geltend. Die Airline vertrat die Auffassung, eine Entschädigung stehe Kleinkindern nicht zu.

Das Landgericht Stuttgart widersprach dieser Rechtsauffassung und sprach auch dem Kleinkind die Ausgleichszahlung zu. Diese stehe Passagieren nach der EU-Verordnung bei einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden zu.

Auch Kleinkinder sind von diesen Rechten nicht ausgenommen, sofern sie eine Buchungsbestätigung besitzen, in der sie namentlich genannt sind, und sofern sie nicht kostenlos befördert wurden.

Ein reduzierter Preis für den Flug steht dem Anspruch nicht entgegen. Ebensowenig die Tatsache, dass das 16-monatige Kleinkind keinen eigenen Sitzplatz belegte (LG Stuttgart, Urteil vom 7.11.2012, 13 S 95/12 ).

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