Fitnessvertrag: Schwangerschaft berechtigt zur Kündigung

 - 

Wird eine Frau schwanger, darf sie ihren Fitnessstudiovertrag vorzeitig kündigen. Denn im Einzelfall kann es einer Schwangeren unzumutbar sein, am Vertrag festzuhalten.

Eine Frau schloss einen Fitnessvertrag mit 24-monatiger Laufzeit ab. Vier Monate später wurde sie schwanger und kündigte den Vertrag. Ihr sei aufgrund der Schwangerschaft der Besuch des Studios nicht mehr möglich.

Der Fitnessstudio-Betreiber beharrte jedoch auf der Zahlung der ausstehenden Beiträge. Eine Kündigung komme nicht in Betracht. Das Kleingedruckte des Vertrages erlaube lediglich, bei Erkrankungen von mindestens drei Wochen den Vertrag bis zum Ende der Erkrankung ruhend zu stellen.

Damit kam er aber beim Amtsgericht München nicht durch. Die Frau durfte den Vertrag außerordentlich kündigen. Der wichtige Grund dafür liegt in der Schwangerschaft.

Zwar ist eine Schwangerschaft keine Krankheit. Doch kann es einer Schwangeren im Einzelfall – je nach Verlauf der Schwangerschaft – subjektiv unzumutbar sein, am Vertrag festgehalten zu werden (z. B. empfindet sie es als psychisch oder physisch belastend, weiterhin sportlich aktiv zu sein). Unerheblich ist dabei, ob sie aus medizinischer Sicht weiterhin hätte Sport treiben dürfen (AG München, Urteil vom 9. 6. 2010, Az. 251 C 26718/09).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.