Fitnessvertrag: Laufzeit eines Fitnessvertrages darf 24 Monate nicht überschreiten

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Ein Fitnessvertrag mit einer Laufzeit von über 24 Monaten ist unwirksam. Das Mitglied darf nicht über so eine lange Zeitspanne in seiner Freizeitplanung gebunden werden.

Ein Sportler schloss mit dem Betreiber eines Fitnessstudios einen Fitnessvertrag ab. Im "Kleingedruckten" des Vertrages war eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten vereinbart. Nach sieben Monaten kündigte der Mann seine Mitgliedschaft aus gesundheitlichen Gründen fristlos. Der Betreiber wollte ihn jedoch nicht aus dem Vertrag entlassen und klagte die ausstehenden monatlichen Beiträge ein.

Das Landgericht Aachen beschied ihm jedoch, dass ihm keine weiteren Mitgliedsbeiträge zustehen. Der Fitnessvertrag wurde gekündigt und bis zum Wirksamwerden der Kündigung hatte der Mann alle Beiträge bezahlt. Ob die Rückenverletzung tatsächlich zur außerordentlichen Kündigung berechtigt hatte, ließ das Gericht offen.

Es stellte aber fest, die Vertragslaufzeit des Fitnessvertrages ist zu lange. Eine vertragliche Bindung über "mindestens 24 Monate" ist unwirksam. Sie benachteiligt den Kunden unangemessen. Die überlange Bindungsdauer ist allein durch die Möglichkeit, die Geräte zu nutzen, nicht zu rechtfertigen. Folge: Der Mann konnte seine Mitgliedschaft mit einer Kündigungsfrist von 14 Tagen kündigen (LG Aachen, Urteil vom 20. 12. 2007, Az. 6 S 199/07).

Wie Sie sich rechtlich fit machen für Ihren Fitnessvertrag, erfahren Sie in der Gruppe 10 der "Rechtstipps".

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