Entschädigung bei Umbuchung zwei Wochen vor Abflug

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Werden Reisende ungefragt auf einen anderen Flug umgebucht, können sie Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben. Das gilt auch bei erzwungener Umbuchung vor Reiseantritt – selbst wenn diese schon lange im Voraus stattfindet und die Urlauber darüber informiert worden sind.

Pauschalurlauber hatten eine Türkeireise gebucht. Für den Hinflug von Düsseldorf nach Antalya wurden sie auf einen anderen Flug am selben Tag umgebucht. Darüber wurden die Reisenden zwei Wochen vor dem Abflugtermin per E-Mail informiert.

Von der Airline verlangten sie eine Ausgleichszahlung wegen Nichtbeförderung nach der Fluggastrechteverordnung in Höhe von 400,00 €.

Der Bundesgerichtshof entschied, Flugreisenden steht dann eine Entschädigung wegen Nichtbeförderung zu, wenn sie zum einen eine bestätigte Buchung des ursprünglich geplanten Fluges vorlegen können.

Zum andern muss die Umbuchungsmitteilung eindeutig und unmissverständlich erkennen lassen, dass dem Fluggast die Beförderung auf dem ursprünglich gebuchten Flug verweigert wird.

In diesem Fall müssen sich die Reisenden nicht bereits am Flughafen eingefunden haben, wenn ihnen die Beförderung verweigert werde. Auf ein tatsächliches Erscheinen des Passagiers beim Check-In bzw. beim Boarding kommt es dann also nicht an.

Ferner muss die Airline immer zuerst Freiwillige für eine Umbuchung suchen. Andernfalls könnte sie sich ihrer Entschädigungspflicht dadurch entziehen, dass sie einen Teil der Passagiere stets ungefragt auf einen anderen Flug umbucht.

Ob all diese Voraussetzungen im vorliegenden Fall erfüllt sind, hat nun die Vorinstanz erneut zu prüfen (BGH, Urteil vom 17.3.2015, X ZR 34/14 ).

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