Entschädigung bei Flugannullierung wegen versteckten Fabrikationsfehler

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Wird wegen eines versteckten Fabrikationsfehlers ein Flug annulliert, besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen nach der Fluggastrechteverordnung. Denn ein vereinzelt auftretender Fabrikationsfehler stellt keinen außerordentlichen Umstand da, der die Haftung der Airline entfallen ließe.

Flugreisende hatten einen Flug von Frankfurt/Main über Abu Dhabi nach Bangkok gebucht. Aufgrund eines technischen Defekts an einem Triebwerk, der auf einem versteckten Fabrikationsfehler beruhte, musste der Flug nach Frankfurt abgebrochen und annulliert werden. Die Flugpassagiere wurden zunächst auf einen späteren Flug umgebucht, verpassten jedoch den Anschlussflug nach Bangkok. Sie verlangten deshalb von der Airline eine Ausgleichszahlung in Höhe von 600,00 €.

Das Amtsgericht Frankfurt/Main entschied, die Flugreisenden haben einen Anspruch auf Ausgleichszahlung in Höhe von 600,00 € nach der Fluggastrechteverordnung (FluggastVO). Dieser Anspruch ist auch nicht aufgrund eines außergewöhnlichen Umstands ausgeschlossen.

Gelegentlich auftretende technische Defekte (z.B. versteckte Fabrikationsfehler), stellen grundsätzlich keine außergewöhnlichen Umstände dar. Dies gilt auch für den Fall, dass die Airline alle vorgeschriebenen Wartungsarbeiten frist- und ordnungsgemäß ausgeführt hat. Denn dabei handelt es sich nicht um unübliche oder unerwartete und damit außergewöhnliche Umstände.

Anders liegt der Fall dann, wenn der technische Defekt nicht nur ein einzelnes Flugzeug, sondern die gesamte bzw. den überwiegenden Teil einer Luftflotte oder den gesamten über einen Flughafen abgewickelten Luftverkehr betrifft. Solche Umstände langen hier aber nicht vor (AG Frankfurt / Main, Urteil vom 18.10.2013, 30 C 1848/12(47) ).

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