Defekter Liegesitz auf Langstreckenflug berechtigt zur Minderung

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Auf einem Langstreckenflug kommt dem Sitzkomfort besondere Bedeutung zu. Lässt sich demnach ein Liegesitz in der Comfort Class nicht ausziehen, kann der Reisende den Reisepreis herabsetzen.

Ein Ehepaar hatte eine Pauschalreise nach Mauritius gebucht. Um bequem zu reisen, hatte es für den Hin- und Rückflug Sitzplätze in der Comfort Class gewählt. Der Aufpreis betrug hierfür 1.500,00 € pro Person. Doch weder auf dem Hin- noch auf dem Rückflug ließ sich der Sitz der Frau ausfahren. Die Frau hatte jeweils denselben Sitzplatz zugewiesen bekommen. Der Defekt ließ sich weder an Bord beheben noch war er bis zum Rückflug 14 Tage später behoben worden.

Das Landgericht Frankfurt/Main sah in diesem Umstand einen erheblichen Mangel der Reise. Denn auf einem Langstreckenflug kommt dem Sitzkomfort des Reisenden entscheidende, wertbildende Bedeutung zu. Wer ausdrücklich komfortable Sitze bucht, möchte sich entspannen und schlafen können. Dies war hier nicht möglich, da die Liegeposition aufgrund des defekten Sitzes nicht eingenommen werden konnte.

Die Minderung für die mangelhafte Flugbeförderung beträgt hier 50 %. Sie ist aus dem Gesamtreisepreis bezogen auf einen Tagesreisepreis zu berechnen. Im konkreten Fall gab es 356,00 € zurück (LG Frankfurt / Main, Urteil vom 30.7.2012, 2-24 O 31/12, RRa 2012 S. 221).

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