Dauerkühlung auf Luxus-Seepassage als geringwertiger Mangel

 - 

Eine nicht individuell regulierbare Klimaanlage stellt grundsätzlich einen Reisemangel dar. Das gilt einerseits, wenn man den Raum nicht kühlen kann. Aber auch umgekehrt, wenn man als Reisender deshalb einer Dauerkühlung ausgesetzt ist. So etwa auf einer Luxus-Seereise durch tropische Gewässer. Eine Kabinentemperatur von dauerhaft unter 20 Grad brauchen Sie nicht hinzunehmen.

Ein Ehepaar hatte im Rahmen einer Weltreise eine 33-tägige Luxus-Seepassage von Vancouver nach Auckland gebucht. Die Reise kostete 25.000,00 €. Die Schiffsreisenden waren in einer Veranda-Suite untergebracht. Dort ließ sich allerdings die Klimaanlage nicht regulieren, sodass in der Kabine dauerhaft weniger als 20 Grad Raumtemperatur herrschten. Die Reisenden verkühlten sich und mussten behandelt werden.

Trotz eines Kabinenwechsels konnte das Problem nicht behoben werden. Denn die Klimaanlage des Schiffes wurde zentral gesteuert und war nicht individuell an- und auszuschalten.

Das Oberlandesgericht Koblenz sah in diesem Umstand einen Mangel der Schiffsreise. Wer eine Luxus-Seereise bucht, darf eine angenehme Atmosphäre in seiner Kabine erwarten. Eine Dauerkühle von unter 20 Grad stellt wegen der hohen Außentemperaturen gerade bei Fahrten durch subtropische und tropische Gewässer einen Reisemangel dar.

Allerdings rechtfertigt der Mangel über die ganze Schiffspassage hinweg gerechnet nur einen Minderungsbetrag von 1.500,00 €. Denn im Verhältnis zu der Fülle von Einzelelementen einer Weltreise stellt eine nicht regulierbare Klimaanlage nur einen geringwertigen Reisemangel dar (OLG Koblenz, Urteil vom 13.6.2012, 5 U 1501/11 ).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.