Billig-Airline darf Gepäckgebühren verlangen

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Wer sich für eine Billig-Airline entscheidet und einen günstigen Flug bucht, muss damit rechnen, für aufgegebene Gepäckstücke Zusatzgebühren zu bezahlen. Das ist wesentlicher Teil des Geschäftsmodells - und rechtlich zulässig. Allerdings muss Handgepäck kostenlos transportiert werden.

Ein Passagier einer spanischen Billigflug-Linie hatte sich darüber beschwert, dass er für zwei Gepäckstücke eine Gebühr von 40,00 € bezahlen musste. Die Behörden hatten daraufhin gegenüber der Vueling Airline ein Bußgeld von 3.000,00 € verhängt. Begründung: Die Airline dürfe nach spanischem Recht die Preise nicht frei festlegen. Diese Regelung verstoße gegen EU-Recht, monierte wiederum die Fluggesellschaft.

Das beurteilten die Richter am Europäischen Gerichtshof ebenso. Eine Fluggesellschaft hat grundsätzlich das Recht zur freien Preisgestaltung. Der Staat darf hier nur aus Gründen des Verbraucherschutzes regelnd eingreifen, um Missbrauch zu verhindern.

Hier liegt jedoch kein Missbrauchsfall vor. Die Billig-Airline Vueling verkauft preisgünstige Flugtickets und hat ein Interesse daran, die Kosten günstig zu halten. Gepäcktransport erhöht jedoch die Kosten, weshalb hierfür zusätzliche Gebühren verlangt werden dürfen.

Das ist auch für Passagiere klar erkennbar. Die Kostenstruktur ist transparent. Fluggäste können sich somit bewusst dafür entscheiden, Fluggepäck aufzugeben und dafür zu bezahlen – oder eben ohne zu reisen. Umgekehrt gilt aber: Für Handgepäck dürfen keine Zusatzgebühren verlangt werden (EuGH, Urteil vom 18.9.2014, C-487/12 ).

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