Behördliches Badeverbot wegen Haiangriffen kein Reisemangel

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Wer auf die Seychellen Urlaub macht, möchte gerne auch im Meer baden. Steht dem Badevergnügen ein behördliches Badeverbot wegen Haiangriffen entgegen, liegt jedoch kein Reisemangel vor. Der Reiseveranstalter haftet dafür nicht.

Ein Ehepaar hatte eine Pauschalreise auf die Seychellen gebucht. Die Reise kostete 4.462,00 €. Vor Ort war das Baden im Meer jedoch nicht möglich. Die örtlichen Behörden hatten für einzelne Strände ein Badeverbot nach Haiangriffen verhängt, das auch für die Dauer des Aufenthalts der Urlauber fortbestand.

Sie verlangten deshalb vom Reiseveranstalter die Hälfte des Reisepreises zurück und machten zudem eine Entschädigung wegen vertanen Urlaubs geltend. Der Veranstalter zahlte jedoch nicht. Seiner Meinung nach lag kein Reisemangel vor.

Dieser Auffassung schloss sich das Amtsgericht München an. Es versagte dem Ehepaar sowohl den Anspruch auf Reisepreisminderung als auch den Ersatzanspruch wegen vertanen Urlaubs. Denn ein Badeverbot im Meer begründet keinen Reisemangel.

Der Reiseveranstalter muss nicht dafür sorgen, dass die Urlauber ungefährdet im Meer baden und schwimmen können. Vielmehr zählt ein zeitlich begrenztes Badeverbot zum Schutz der Badegäste zu den ortsüblichen Gefahren, auf die sich Reisende einstellen müssen. Außerdem stand das Badeverbot der weiteren Strandnutzung nicht entgegen (AG München, Urteil vom 14.12.2012, 242 C 16069/12 ).

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