Reiseveranstalter haftet nicht für eigenständige Sitzplatzreservierung in der Baby-Reihe

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Wer vor der Buchung einer Reise bei einem Reiseveranstalter zunächst eine Sitzplatzreservierung für die Mutter-Kind-Reihe bei der Fluggesellschaft vornimmt, kann nicht den Reiseveranstalter verantwortlich machen, wenn die Reservierung scheitert.

Eine Frau hatte vorab über ein Reisebüro einen Sitzplatz in der Mutter-Kind-Reihe einer Airline gebucht. Nachdem sie zunächst eine Reservierungsbestätigung erhalten hatte, buchte sie wieder über das Reisebüro eine Pauschalreise. Diese beinhaltete einen Flug mit der Fluggesellschaft, bei der die Sitzplatzreservierung vorgenommen worden war.

Die Reservierung schlug fehlt, woraufhin die Frau von der Reise insgesamt zurücktrat. Vom Reiseveranstalter verlangte sie Entschädigung in Höhe von 4.000,00 € wegen entgangener Urlaubsfreude.

Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt/Main ging die Frau leer aus. Sie hat keinen Anspruch auf Schadensersatz wegen vertanem Urlaub nach § 651 f Abs. 2 BGB, denn die eigenständige Sitzplatzreservierung war nicht Bestandteil des Reisevertrages. Diesen hat die Frau erst abgeschlossen, nachdem sie die Reservierungsbestätigung über den Sitzplatz erhalten hatte. Folge: Der Veranstalter ist nicht dafür verantwortlich, dass es mit der Reservierung nicht klappte.

Die fehlgeschlagene Sitzplatzreservierung berechtigt die Reisende auch nicht zur Kündigung des Vertrages (§ 651 e BGB). Denn es liegt keine erhebliche Beeinträchtigung der Reise vor. Der Mutter eines 1 ½ jährigen Kindes ist es zuzumuten, auch eine längere Flugreise ohne Sitzplatz in der Babyreihe anzutreten. Zumal die meisten Airlines ohnehin keine Mutter-Kind-Reihe anbieten (OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 17.4.2014, 16 U 75/13, NJW-RR 2014 S. 880).

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