Keine Vertragsaufhebung, wenn Makler falsche Angaben zur Größe der Mietwohnung macht

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Blindes Vertrauen eines Mieters in falsche Maklerangaben zur Wohnfläche ist schlecht. Solange der Vermieter hierzu selbst keine Zusagen macht, kann der Vertrag nicht wegen Täuschung angefochten und rückgängig gemacht werden.

Ein Mieter weigerte sich seine Miete zu zahlen. Er fühlte sich getäuscht – und zwar von der Maklerin, die ihm die Wohnung vermittelt hatte. Die Frau habe ihm gegenüber falsche Angaben zur Wohnfläche gemacht. Er erklärte deshalb die Anfechtung des Mietvertrags. Der Vermieter wollte die falschen Angaben der Maklerin nicht gegen sich gelten lassen. Die Wohnfläche war im Inserat schließlich korrekt wiedergegeben worden.

Vor dem Landgericht München I bekam der Vermieter recht. Die falschen Angaben der Maklerin könnten nicht zu Lasten des Vermieters gehen. Der Mietvertrag sei ohne Wohnflächenangabe geschlossen worden. Es gab auch keine außervertraglichen Absprachen zur Wohnungsgröße.

Zudem sei die Maklerin nur als Vermittlerin aufgetreten, weshalb sich der Vermieter deren Verhalten nicht zurechnen lassen müsse. Das hätte eine Beteiligung der Maklerin auch an den Vertragsverhandlungen vorausgesetzt.

Der Mieter darf grundsätzlich Maklerangaben nicht blind vertrauen. Er muss von sich aus entsprechende Unterlagen verlangen, wenn die Wohnfläche für ihn von Bedeutung ist. Folglich war mangels konkreter Vereinbarung zur Wohnfläche im Vertrag eine Anfechtung wegen Täuschung über die Größe der Wohnung nicht möglich (LG München I, Urteil vom 21.1.2016, 31 S 23070/14 ).

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