Wohnflächenunterschreitung und Mietminderung: Keine Sonderberechnung bei möbliertem Wohnraum

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Bei einer mehr als 10-prozentigen  Wohnflächenunterschreitung wird auch bei möbliert vermietetem Wohnraum die Mietminderung allein nach dem Maß der Flächenabweichung berechnet.

Der Mieter einer vollständig möblierten und mit umfassendem Hausrat eingerichteten Wohnung in Berlin hatte seine Wohnung sorgfältig nachgemessen. Dabei kam er auf eine tatsächliche Wohnungsgröße von 44,3 qm. Gegenüber der im Mietvertrag vereinbarten Größe von "ca. 50 qm" stellte dies eine Flächenabweichung von 11,5 % dar.

Der Mieter reduzierte dementsprechend seine Mietzahlungen und verlangte die Überzahlungen für die gesamte Mietzeit in Höhe von € 1.964,20 zurück. Der Vermieter zahlte aber nur einen Teilbetrag von € 736,58. Sein Argument: In der Kaltmiete sei die Möblierung der Wohnung berücksichtigt worden. Deshalb sei die Mietminderung entsprechend niedriger anzusetzen.

Der Bundesgerichtshof gab jedoch dem Mieter recht. Liegt ein Wohnungsmangel vor, weil die tatsächliche Wohnfläche die vereinbarte um mehr als 10 % unterschreitet, wird die Mietminderung bei einer möblierten Wohnung genau so wie bei einer unmöbliert vermieteten Wohnung berechnet. Denn die für eine Haushaltsführung benötigten Einrichtungsgegenstände können trotz der geringeren Wohnfläche vollständig in der Wohnung untergebracht werden (BGH, Urteil vom 2. 3. 2011, Az. VIII ZR 209/10).

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