Schnarchender Nachbar: Kein Grund zur Mietkündigung

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Wer eine "ruhige Wohnung" angemietet hat, kann daraus nicht beanspruchen, dass sich die Mitbewohner im Haus ruhig verhalten. Deshalb kommt weder eine fristlose Kündigung noch Schadensersatz gegen den Vermieter in Betracht.

Ein Bonner Ehepaar hatte sich vor Abschluss des Mietvertrages von der Vermieterin ausdrücklich versichern lassen, dass es sich bei dem Mietobjekt um eine "ruhige Wohnung" handeln würde. Nach ihrem Einzug mussten die Mieter allerdings feststellen, dass unter ihnen ein lauter Schnarcher wohnte.

Nach mehreren durchwachten Nächten machten sie sich auf die Suche nach einer anderen Wohnung und kündigten vier Monate später das Mietverhältnis fristlos. Die mit dem Umzug verbundenen Kosten in Höhe von 8.500,- €  verlangten sie als Schadensersatz von der Vermieterin, weil die sie arglistig getäuscht hätte.

Beim Amtsgericht Bonn kamen die Mieter mit ihrer Forderung allerdings nicht durch. Denn ein Grund für eine fristlose Kündigung lag nicht vor. Zwar bestätigte ein Sachverständiger, dass die tiefen Frequenzen des Schnarchers durch die vorhandenen Holzbalkendecken gut weitergeleitet wurden. Doch kann die Vermieterin nach Auffassung des Gerichts nicht für die Geräusche der Nachbarn verantwortlich gemacht werden.

Arglistig getäuscht hatte sie die Mieter nämlich nicht.  Denn vor Abschluss des Mietvertrages hatte sie nur die "ruhige Lage" des Hauses versprochen. Pech also für die Mieter, die somit auf ihren Umzugskosten und der Maklerprovision sitzen blieben und auch noch die restlichen drei Monatsmieten nachzuzahlen hatten (AG Bonn, Urteil vom 25. 3. 2010, Az. 6 C 598/08). 

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