Räumungsklage wegen Kinderlärms ohne Erfolg

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Kinderlärm ist kein ausreichender Kündigungsgrund. Dies gilt auch dann, wenn der Vermieter das Spielen im Hof verboten hat.

Eine Familie mit drei kleinen Kindern im Alter von zwei, vier und fünf Jahren wohnte zur Miete. Im Garagenhof des Mietshauses war das Spielen verboten. Trotzdem spielten die Kinder gelegentlich dort und nicht auf dem benachbarten Spielplatz. Ältere Nachbarn fühlten sich durch den Lärm belästigt und beschwerten sich beim Vermieter. Dieser mahnte die Familie zunächst erfolglos ab, kündigte schließlich das Mietverhältnis und klagte auf Räumung.

Das Landgericht Wuppertal wies die Klage jedoch ab. Die Kündigung ist unwirksam, weil kein Kündigungsgrund vorliegt. Wenn Kinder auf dem Garagenhof spielen, liegt trotz Verbot keine erhebliche Verletzung mietvertraglicher Pflichten vor. Außerdem ist Kinderlärm grundsätzlich zu dulden. Der Spiellärm war nicht lauter, als er üblicherweise von Kindern in diesem Alter ist. Zudem wäre auch das Spielen auf dem angrenzenden Spielplatz vergleichbar laut gewesen. Eine unzumutbare Beeinträchtigung der Nachbarn liegt somit nicht vor (LG Wuppertal, Urteil vom 29. 7. 2008, Az. 16 S 25/08).

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