Mieterhöhung für Einfamilienhaus: Begründung auch mit Mietspiegel erlaubt

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Auch wenn der örtliche Mietspiegel keine Mietwerte für Einfamilienhäuser enthält, darf ein Vermieter sich darauf berufen, wenn die verlangte Miete innerhalb der Mietpreisspanne für Wohnraum in Mehrfamilienhäusern liegt.

Ein Krefelder Vermieter wollte die Miete für sein Einfamilienhaus von ursprünglich 3,99 Euro/qm  auf 4,79 Euro/qm erhöhen. Dabei bezog er sich auf den örtlichen Mietspiegel. Da der Mietspiegel keine Mietwerte für Einfamilienhäuser enthielt, verwies er auf das Mietspiegelfeld  für Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus. Damit war die Mieterin jedoch nicht einverstanden.

Der Bundesgerichtshof entschied hier zugunsten des Vermieters. Danach darf ein Vermieter sein Mieterhöhungsverlangen für sein Einfamilienhaus mit Bezugnahme auf den an sich nicht einschlägigen Mietspiegel begründen. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass die verlangte Miete innerhalb der Mietpreisspanne für Mehrfamilienhäuser liegt.

Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs liegt die Miete für Einfamilienhäuser im Regelfall über der Miete für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Dies entspricht nicht nur einem Erfahrungssatz. Im Krefelder Mietspiegel selbst ist vermerkt, dass Wohnungen in kleineren Wohneinheiten tendenziell höherpreisig sind. Deshalb liegt es im vorliegenden Falle fern, dass die Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete für Einfamilienhäuser überschritten würde. Dies gilt umso mehr, als nach einem vom Amtsgericht eingeholten Sachverständigengutachten die ortsübliche Vergleichsmiete für das Einfamilienhaus des Vermieters 7,25 Euro/qm beträgt (BGH, Urteil vom 17.9.2008, Az. VIII ZR 58/08).

Rechtstipp
In manchen Mietspiegeln findet man Vermerke wie zum Beispiel: "Der Mietspiegel gilt nur für Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern (Gebäude mit mindestens drei Wohnungen), dagegen nicht für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern ".

Dabei handelt es sich nicht um eine gesetzliche beziehungsweise behördliche Anordnung, sondern nur um einen Hinweis zur Auslegung des Mietspiegels. Dieser besagt, dass für Ein- und Zweifamilienhäuser keine Daten erhoben worden sind. Deshalb ist dieser Hinweis nicht bindend. Das heißt, die zitierte BGH-Entscheidung wäre auch in diesen Fällen einschlägig.


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