Mieter hat nicht immer Anspruch auf Abrechnung nach Wasserzählerstand

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Der Bundesgerichtshof hat klargestellt: Nur wenn alle Wohnungen mit Wasserzählern ausgestattet sind, kann der Mieter eine verbrauchsabhängige Abrechnung verlangen.

Die Vermieterin rechnete die Kosten der Wasserversorgung und Entwässerung nach dem Anteil der Wohnfläche ab. Seit März 2003 sind - mit einer Ausnahme - alle Wohnungen des Gebäudes mit einem Wasserzähler ausgestattet.

In der Betriebskostenabrechnung für den Abrechnungszeitraum 2004 legte die Vermieterin die Wasserkosten weiterhin nach dem Anteil der Wohnfläche auf die Mieter um. Dabei ergab sich zu Lasten einer Mietpartei eine Nachforderung in Höhe von 99,60 Euro. Diese verweigerte jedoch die Bezahlung, weil nach ihrer Meinung die Vermieterin wegen der vorhandenen Wasserzähler verpflichtet sei, die Wasserkosten nach Verbrauch abzurechnen. Unter Berücksichtigung der von der Wasseruhr abgelesenen Werte ergebe sich stattdessen ein Guthaben zu ihren Gunsten.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Vermieterin berechtigt ist, die Kosten der Wasserversorgung und Entwässerung nach dem Anteil der Wohnfläche auf die Mieter umzulegen. Diesen Abrechnungsmaßstab sieht § 556a Abs. 1 Satz 1 BGB grundsätzlich vor, sofern die Parteien - wie hier - nichts anderes vereinbart haben und keine gesetzlichen Sonderregelungen bestehen.

Zu einer Abrechnung nach dem erfassten Wasserverbrauch wäre die Vermieterin nach § 556a Abs. 1 Satz 2 BGB nur verpflichtet, wenn alle Mietwohnungen mit einem Wasserzähler ausgestattet wären; das ist hier jedoch nicht der Fall (BGH, Urteil vom 12. März 2008, Az. VIII ZR 188/07).

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