Bei Heizungsausfall: Mieter darf nur im Notfall selbst Handwerker beauftragen

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Die Beseitigung von Wohnungsmängeln ist grundsätzlich Vermietersache. Deshalb bleibt ein Mieter auf seinen Handwerkerkosten sitzen, soweit diese nicht mit einer Notmaßnahme zusammenhängen.

In der Wohnung einer Münsteraner Mieterin fiel in der ersten Dezemberhälfte an einem Samstagvormittag die Gasetagenheizung aus.  Da sie ihren Vermieter telefonisch nicht erreichte, beauftragte sie einen Heizungsnotdienst mit der Reparatur.

Der Notdienst stellte dann  - wie auch aus der Rechnung ersichtlich  -  Folgendes fest: "Keine Heizung, Gerät lässt sich nicht füllen, Wasser kommt aus dem Gerät gelaufen, Ursprungsursache gesucht, Ausdehnungsgefäß hat ein Loch, neues Gerät vom Großhändler besorgt, defektes Bauteil ausgebaut und erneuert, Anlage gefüllt und in Betrieb genommen, Abgasrohr nicht mehr betriebssicher, da durchoxidiert, provisorisch mit Spezialband abgedichtet für reibungslosen Betrieb, Gerät muss unbedingt gewartet werden".

Offensichtlich war die Mieterin mit den Arbeiten der Heizungsfirma so zufrieden, dass sie diese auch gleich mit der Durchführung der weiteren notwendigen Maßnahmen beauftragte. Diese wurden dann 10 Tage später durchgeführt. Der Vermieter erfuhr davon erst, als er von der Mieterin die Handwerkerrechnungen für beide Reparaturtermine über einen Gesamtbetrag von € 1067,45 präsentiert bekam.

Vor dem Amtsgericht Münster bekam die Mieterin allerdings nur die Handwerkerkosten zugesprochen, die beim "Notfalltermin" entstanden waren. Denn bei der Reparatur einer ausgefallenen Heizung im Winter handelt es sich um eine klassische Notfallmaßnahme, "die zur Wiederherstellung der Mietsache erforderlich ist und keinen Aufschub duldet".

Anders sieht es dagegen für die abschließende Folgereparatur aus. Die dadurch entstandenen Kosten konnte die Mieterin nicht vom Vermieter ersetzt verlangen. Denn sie hätte ihm ermöglichen müssen, sich zuvor von der Sachlage zu überzeugen, um dann selbst einen Reparaturauftrag zu erteilen (AG Münster, Urteil vom 30. 9. 2009, Az. 4 C 2725/09, WM 2009 S. 665).

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