Was tun, wenn einzelne Mieter auf Kosten anderer zu viel Wasser verbrauchen?

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Weicht der tatsächliche Wasserverbrauch des Mieters in einem Mehrfamilienhaus evident und erheblich von dem derzeitigen Umlagemaßstab ab, muss er sich an dem ungerechten Umlagemaßstab nicht festhalten lassen.

Die Mieter beanstandeten, dass die Wasserkosten im Haus mangels mietvertraglicher Vereinbarung nach dem gesetzlichen Maßstab unter Zugrundelegung der Wohnfläche umgelegt wurden. Sie hatten nämlich aufgrund eigener Recherchen festgestellt, dass ein Mitmieter im Haus in seiner Wohnung in gewerbeähnlicher Weise Wäsche wäscht und hierfür etwa so viel Wasser wie alle anderen Mieter im Haus verbraucht. Um diesen Missstand zu beheben, verlangten sie von ihrem Vermieter den Einbau von Wasseruhren in allen Wohnungen und die Abrechnung nach dem so gemessenen Verbrauch. Da der Vermieter darauf nicht einging, kam die Sache vor Gericht.

Das Landgericht Stuttgart entschied: Die Mieter haben einen Anspruch darauf, dass die bestehende Ungerechtigkeit in der Kostenaufteilung beseitigt wird. Allerdings können die Mieter nicht verlangen, dass jede Wohnung mit einem Kaltwasserzähler ausgestattet wird. Ihr Anspruch beschränkt sich darauf, dass der Kaltwasserverbrauch der Mietpartei, der im Vergleich zu dem der anderen Mieter unverhältnismäßig hoch ist, durch den Einbau eines Wasserzählers erfasst und von denen auch bezahlt wird. Bei der jährlichen Abrechnung ist insofern ein entsprechender Vorwegabzug berücksichtigt, wobei die übrigen Wasserkosten unter den anderen Mietern wie bisher nach qm Wohnfläche umzulegen sind (LG Stuttgart, Urteil vom 24.4.2013, Az. 13 S 26/13).

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