Vermieter muss Gartenmieter vor Wildschweinen durch stabilen Zaun schützen

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Hat der Vermieter seinen Mietern Teile des Grundstücks zur gärtnerischen Nutzung überlassen, muss er einen stabilen Zaun errichten, wenn Wildschweine regelmäßig den Mietergarten aufgesucht und verwüstet haben.

Die Mieter hatten ein Haus gemietet. Ein Teil des dazu gehörigen 2500 m2 großen Grundstücks nutzten sie als Garten. Das Grundstück war mit einem stabilen hölzernen Jägerzaun eingefriedet, der 2009 an verschiedenen Stellen von der Vermieterin abgerissen und durch einen Maschendrahtzaun ersetzt worden war. Seitdem haben Wildschweine mehrfach (7-mal) den Drahtzaun überwunden und die Beeter der Mieter verwüstet.

Die Mieter verlangten daraufhin von der Vermieterin die Errichtung eines stabilen Zaunes, der geeignet ist, Wildschweine von dem Grundstück fernzuhalten. Die Vermieterin hielt die Forderung der Mieter für unsubstanziiert, weil sie ihr nicht gesagt hätten, an welchen Stellen der Zaun beschädigt und zu reparieren sei.

Das Amtsgericht Köpenick verurteilte die Vermieterin zu einer entsprechenden Maßnahme. Durch das Eindringen der Wildschweine und die von ihnen verursachten Verwüstungen ist der vertragsgemäße Gebrauch der Mietergärten erheblich gestört. Die Vermieterin ist deshalb verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Wildschweine den Garten nicht mehr betreten können. Und dies ist nur durch Errichtung eines stabilen Zaunes möglich.

Entgegen der Ansicht der Vermieterin wird ihr durch diese Verurteilung nicht in unzumutbarer Weise vorgeschrieben, wie sie die Mängelbeseitigung zu bewirken hat. Denn sie ist in der Auswahl der Zaungestaltung frei. Es muss lediglich gewährleistet sein, dass der Zaun stabil genug ist, um Wildschweine fernzuhalten. Die Mieter waren nicht verpflichtet, konkret vorzutragen, an welchen Stellen der Zaun beschädigt sei, weil es gerichtsbekannt ist, dass ein Maschendrahtzaun ungeeignet ist, Wildschweine fernzuhalten (AG Köpenick, Urteil vom 4.7.2013, Az. 15 C 25/12).

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