Parkettkratzer gehen bei erlaubter Hundehalter auf Kosten des Vermieters

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Erlaubt der Vermieter die Haltung eines Labradorhundes, stellt sich das artbedingte Laufverhalten des Hundes auf dem Wohnungsparkettboden als vertraglich vereinbarter Wohngebrauch dar. Die insofern krallenbedingten Kratzspuren auf dem Parkett hat der Vermieter trotz anderslautender Haftungsklausel ersatzlos hinzunehmen.

Der Mieter hatte ein Drei-Zimmer-Loft bewohnt, dessen Wohnbereich mit Parkett ausgelegt ist. Bei Mietende stellte sich heraus, dass das gesamte Parkett mit Ausnahme der Stellen, auf denen Möbel gestanden hatten, durch die Krallen des vom Mieter dort gehaltenen Labradorhundes verkratzt und die Oberflächenversiegelung entsprechend beeinträchtigt war.

Die Kosten für die notwendige Instandsetzung des Parketts in Höhe von 4.863,53 € stellte der Vermieter dem Mieter in Rechnung. Dabei berief er sich auf eine Klausel im Mietvertrag, wonach der Mieter für alle durch die Tierhaltung entstandenen Schäden haftet. Da der Mieter die Kosten aber nicht übernehmen wollte, kam die Sache vor Gericht.

Das Amtsgericht Koblenz stellte sich auf die Seite des Mieters und entschied: Dem Vermieter steht kein Schadensersatzanspruch im Hinblick auf die von dem Hund des Mieters verursachten Beeinträchtigungen des Parkettbodens zu. Denn diese wurden im Rahmen eines vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietsache herbeigeführt und sind deshalb vom Mieter nicht zu vertreten.

Mit der ausdrücklichen mietvertraglichen Vereinbarung Die Tierhaltung wird für den, uns bekannten, Hund (Labrador) gestattet hatte der Vermieter sich damit einverstanden erklärt, dass das normale Laufverhalten des Hundes im Rahmen der genehmigten Tierhaltung Teil des vertraglich vereinbarten Gebrauchs ist. Die zwangsläufig damit verbundene Folge einer Abnutzung des Parkettbodens durch die Krallen des Hundes, die durch dessen sach- und artgerechte Haltung ausgelöst wird, kann deshalb – ähnlich wie Laufstraßen auf Parketböden – keinen Ersatzanspruch des Vermieters auslösen.

Daran kann auch die Haftungsklausel im Mietvertrag nichts ändern. Denn die darin enthaltene uneingeschränkte Haftung des Mieters für alle durch die im Rahmen einer genehmigten Tierhaltungen entstandenen Schäden benachteiligt den Mieter unangemessen und ist deshalb unwirksam (AG Koblenz, Urteil vom 20.12.2013, Az. 162 C 939/13).

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