Mieter haften für Katzenuringestank in der Wohnung

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Hinterlässt eine Katze in der Wohnung tierische Spuren, haften die Mieter für die Schäden. Das betrifft auch einen nach dem Auszug verbliebenen erheblichen Geruch nach Katzenurin.

Zwei Tierliebhaber lebten drei Jahre lang mit zwei Katzen in einer Bremer Mietwohnung. Im Wohnzimmer waren Katzenklos aufgestellt, während die anderen Räume für die Tiere eigentlich tabu sein sollten. Offenbar hielten sich die an sich als sauber bekannten Tiere nicht daran.

Nach dem Auszug der Mieter waren jedenfalls nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch im Schlafzimmer und Flur Verunreinigungen des Teppichbodens durch stark riechenden Katzenurin eindeutig feststellbar. Das war aber nicht alles.

Bei Entfernung des Teppichbodens wurde entdeckt, dass die darunterliegenden Holzdielen und Spanplatten durch den Katzenurin ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen waren. Um die Verkleidung eines Heizungsrohrs war sogar die Feuchtigkeit bis in das Mauerwerk eingedrungen. Mit einem einfachen Austausch des Teppichbodens war es deshalb nicht getan. Für die notwendigen Arbeiten am Dielenboden und die anschließende Neuverlegung von Laminat musste der Vermieter 3.709,62 € auf den Tisch legen. Die wollte er sich bei seinen Ex-Mietern zurückholen.

Die Sache endete vor Gericht, wo der Vermieter aber nur teilweise Recht bekam. Denn der Teppichboden war beim Einzug bereits knapp 10 Jahre alt und schon erheblich abgewohnt. Er war ohnehin ein Fall für den Austausch, sodass die Kosten hierfür den Mietern nicht angelastet werden konnten.

Anders sah es bei den weitergehenden Schäden aus, die durch das tierische Verhalten der Katzen entstanden waren. Dafür mussten die Mieter in voller Höhe aufkommen.

Zum einen haftet jeder Mieter schon aufgrund seines Vertragsverhältnisses gegenüber dem Vermieter, wenn er seine Obhutspflicht verletzt. Zum anderen haften Tierhalter grundsätzlich für das unberechenbare oder instinktgesteuerte eigenständige Verhalten ihrer Haustiere, wenn dadurch das Leben, die Gesundheit oder das Eigentum anderer Menschen gefährdet werden. Und das war hier der Fall. Schließlich handelt es sich beim Markieren um instinktgesteuertes selbstständiges Verhalten auch von im Haus gehaltenen Tieren (AG Bremen, Urteil vom 22.12.2014, 19 C 479/13 ).

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