Kleintierhaltung in der Wohnung: Ja, aber keine Igel

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Die Kleintierhaltung in der Wohnung darf einem Mieter nicht verboten werden. Aber nicht jedes kleine Tier ist ein Kleintier im Sinne des Mietrechts. Igel beispielsweise. Klein, aber wild und deshalb nichts für die Wohnung.

Eine Mieterin hielt über einen längeren Zeitraum mehrere Igeln in ihrer Wohnung. Alles in bester Absicht. Die Frau war Mitglied eines Vereins zum Schutz von Igeln. Die Igel wurden in Käfigen in den Wohnräumen und auf dem Balkon gehalten. Nachdem sich einige Mitmieter über die von den Igeln ausgehenden Gerüche beschwerten, mahnte die Vermieterin die Igelhalterin erfolglos dreimal ab und kündigte ihr schließlich fristlos.

Es kam zur Räumungsprozess. Die Sache ging zugunsten der Vermieterin aus. Das Amtsgericht Berlin-Spandau entschied, dass die monatelange Unterbringung mehrerer Igel vertragswidrig ist. Zwar könne die Haltung von Kleintieren, wie zum Beispiel Vögeln, Zierfischen, Schildkröten, Hamstern oder Zwergkaninchen nicht verboten werden. Kleintiere seien aber nur Käfigtiere, die üblicherweise in Wohnungen gehalten werden.

Igel seien dagegen Wildtiere, die zwar klein seien, aber Wildgerüche absondern würden. Diese Gerüche seien dauerhaft und können auch durch Wände und Wohnungstüren in angrenzende Wohnungen ziehen (AG Spandau, Urteil vom 11.11.2014, 12 C 133/14 ).

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