Keine Mietminderung bei brummender Heizung

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Nicht jedes noch so geringe Geräusch in einer Mietminderung rechtfertigt eine Mietminderung. Dies gilt für Umweltgeräusche ebenso wie für die durch haustechnische Anlagen verursachten Geräusche.

Weil er sich durch ein sich in Intervallen wiederholendes brummendes Geräusch in seiner Wohnung gestört fühlte, minderte der Mieter seine Mietzahlungen. Nachdem Mitarbeiter des Vermieters vor Ort diesbezüglich nichts feststellen konnten und der Mieter weitere Mietminderungen vornahm, klagte der Vermieter auf Zahlung. Der Mieter wiederum verlangte im Wege der Widerklage, den Vermieter zur Herstellung einer Heiz- und Warmwasserversorgung ohne wahrnehmbare Geräusche zu verurteilen.

Das Amtsgericht Hannover verurteilte den Mieter zur Zahlung der ausstehenden Mietbeträge und wies gleichzeitig seine Widerklage ab. Der zur Klärung eingeschaltete Sachverständige hatte zwar bestätigt, dass in der Mietwohnung ein wiederholt auftretendes Geräusch zu vernehmen sei. Allerdings handelt es sich nach seinen Ausführungen um ein sehr leises Geräusch, das nur dann hörbar ist, wenn der Hintergrundpegel sehr niedrig ist. Insbesondere lag der Pegel des Geräusches unter dem zulässigen Pegel für haustechnische Anlage von 30 dB (A).

Folglich stellen diese Geräusche keinen Mangel im Sinne des § 536 Abs. 1 BGB dar. Es ist zwar ohne Weiteres nachvollziehbar, dass sich der Mieter durch dieses Geräusch gestört fühlt, zumal allgemein bekannt ist, dass auch geringe Geräusche abhängig von der gegebenen Situation und der individuellen Konstitution des Hörenden als störend empfunden werden können. Andererseits sind auch in Wohnungen Geräusche allgegenwärtig, und nicht jedes noch so geringe Geräusch in einer Mietwohnung rechtfertigt die Wertung als Mietmangel.

Dies gilt nicht für typische Umweltgeräusche wie Vogelgezwitscher oder Geräusche durch Fahrzeug-, Schienen- und Flugverkehr. Dies gilt insbesondere auch für durch haustechnische Anlagen verursachte Geräusche, um die es vorliegend geht. Insbesondere sind Strömgeräusche des Heizwassers in Heizkörpern, Schaltgeräusche von in Wohnungen installierten Heizungsanlagen, Betriebsgeräusche von Gasbrennern und Betätigungsgeräusche bei Wasserentnahmen aus dem Hausleitungsnetz permanente Begleiter im Lebensalltag in einem Mehrfamilienhaus.

Solche Geräusche sind deshalb, wenn sie – wie vorliegend – weiter unterhalb des zulässigen Schallschutzpegels liegen, ohne Weiteres hinzunehmen (AG Hannover, Urteil vom 1.10.2014, Az. 412 C 8478/13).

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