Für Tritt- und Luftschallschutz gelten die bei Errichtung des Gebäudes geltenden Vorschriften

 - 

Lässt ein Vermieter Baumaßnahmen in seinem Gebäude durchführen, kann der Mieter nicht erwarten, dass diese Maßnahmen so ausgeführt werden, dass der Schallschutz anschließend den höheren Anforderungen der zur Zeit der Durchführung der Arbeiten geltenden DIN-Normen genügt.

Der Mieter hatte bereits vor ca. 30 Jahren eine Wohnung in einem Gebäude angemietet, das im Zweiten Weltkrieg beschädigt und Anfang der 50er-Jahre wieder aufgebaut wurde. 2003 ließ der Hauseigentümer das Dachgeschoss umgestalten. Zwei neue Wohnungen entstanden dadurch.

Allerdings ließ der Vermieter den Estrich nur in einem Bereich von etwas über 20 m2 entfernen und erneuern. In zwei anderen Bereichen von insgesamt 155 m2 sparte er sich den Aufwand. Der Estrich wurde hier nur abgeschliffen und verspachtelt.

Vier Jahre später bemängelte der Mieter unter anderem, dass die Schallisolierung zwischen seiner und der Dachgeschosswohnung unzureichend sei. Er zahlte zwar nach wie vor die gesamte Miete, aber 20 Prozent nur unter dem Vorbehalt, eine Mietminderung vorzunehmen.

Seine Begründung: Die Schallisolierung entspreche nicht dem Standard des Jahres 2003 und wäre nicht einmal auf dem Stand der Technik von 1952. Später verklagte er den Vermieter, ihm die wegen der beanstandeten Mängel nur unter Vorbehalt gezahlten 20 Prozent der Miete zurückzuzahlen.

Der Bundesgerichtshof entschied: Der Mieter hat lediglich Anspruch auf einen Schallschutz, der der bei Errichtung des Hauses gültigen DIN-Norm entspricht. Dass der Estrich hier teilweise erneuert und zum größten Teil bloß abgeschliffen und verspachtelt wurde, ändert daran nichts.

Und da nach Ansicht der Richter der Trittschall der Wohnung den Anforderungen während des Hausbaus entspricht, konnten sie keinen Mangel feststellen (BGH, Urteil vom 5.6.2013, Az. VIII ZR 287/12).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.