Deftige Farbanstriche bei Rückgabe der Mietwohnung tabu

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Gibt der Mieter bei Mietende seine Wohnung nicht in neutraler Farbgestaltung zurück, schuldet er dem Vermieter Schadensersatz, selbst wenn nach dem Mietvertrag noch keine Schönheitsreparaturen fällig sind.

Die Mieter einer Doppelhaushälfte hatten das Haus Anfang 2007 in weißer Farbe renoviert übernommen. Nach ihrem Einzug strichen sie einzelne Wände in kräftigen Farben (rot, gelb, blau) und gaben es im Juli 2009 in diesem Zustand zurück. Die Vermieterin ließ im August 2009 die farbig gestalteten Wände zunächst mit Haftgrund und dann alle Wand- und Deckenflächen zweimal mit Wandfarbe überstreichen. Sie wendete hierfür einen Betrag von 3.648,82 € auf.

Die Mieter hielten den Zustand des Mietobjekts nach der relativ kurzen Mietzeit auch in dieser Farbgebung für korrekt und weigerten sich, für die Malerkosten aufzukommen. Daraufhin wurden sie von der Vermieterin auf Schadensersatz verklagt.

Der Bundesgerichtshof gab der Vermieterin recht. Die Mieter sind zum Schadensersatz verpflichtet, weil sie das in neutraler Dekoration übernommene Mietobjekt bei Mietende in einem ausgefallenen farblichen Zustand zurückgegeben haben. Entscheidend ist, dass eine solche farbliche Gestaltung der Mieträume von vielen Mietinteressenten nicht akzeptiert wird und eine Neuvermietung praktisch unmöglich macht.

Der Schaden der Vermieterin besteht hier darin, dass sie die für breite Mieterkreise nicht akzeptable Art der Dekoration beseitigen musste (BGH, Urteil vom 6.11.2013, Az. VIII ZR 416/12)

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