Mieter darf bei Wandfarbe auf Empfehlung des Baumarktes vertrauen

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Wer als Mieter die Renovierung selbst ausführt, muss geeignete Materialien verwenden. Dabei darf er auf die Empfehlungen eines Baumarktes vertrauen.

Die Mieter eines Münchner Einfamilienhauses hatten noch vor ihrem Einzug die Wände mit den Farben Profiweiß und Super Color Wohnraumfarbe, seidenglänzend gestrichen. Die Farben waren ihnen in einem Baumarkt empfohlen worden. Nach Beendigung des Mietverhältnisses verklagte die Vermieterin die Mieter auf Schadensersatz in Höhe von 4.000,00 € für die Entfernung der Farbe und einen Neuanstrich. Die verwendeten hochglänzenden, abwaschbaren Farben seien nicht atmungsaktiv und deshalb für Wohnräume ungeeignet. Das fördere die Schimmelbildung, habe ihr ein Architekt gesagt.

Das Amtsgericht wies die Klage ab. Das Gericht bezweifelte, dass die verwendeten Farben ungeeignet waren. Schließlich war es während der Vertragsdauer von 2006 bis September 2014 zu keinerlei Schimmelbildung gekommen. Hinzu kam, dass die Vermieterin vor der Weitervermietung keine Malerarbeiten in Auftrag gegeben hatte. Offenbar sah sie selbst keinen Handlungsbedarf.

Außerdem stellte das Gericht fest, dass die Mieter sich auf die Empfehlung des Baumarktes verlassen durften. Dort hatte es geheißen, beide Farben seien diffusionsoffen, das heißt wasserdampfdurchlässig und atmungsaktiv (AG München, Urteil vom 21.5.2015, 432 C 7911/15 ).

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