Eigenbedarf auch bei großer Wohnfläche gerechtfertigt

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Die Kündigung wegen Eigenbedarfs einer dreiköpfigen Familie ist nicht schon deswegen rechtsmissbräuchlich, weil die gemietete und die daneben liegende gekündigte Wohnung des Mieters zusammen eine Fläche von mehr als 200 m2 haben.

Der Vermieter, der selbst zur Miete wohnt, kündigte die von ihm vermietete Nachbarwohnung wegen Eigenbedarfs. Den begründete er damit, dass die eigene Mietwohnung für seine dreiköpfige Familie und für das von ihm benötigte Arbeitszimmer zu wenig Platz böte. Deshalb wollte er beide Wohnungen zusammenlegen. Die Mieter sahen dieses Verlangen angesichts der dann verfügbaren Wohnfläche von über 200 m2 als rechtsmissbräuchlich an.

Das Landgericht Berlin hielt demgegenüber den geltend gemachten Eigenbedarf für gerechtfertigt. Zur Begründung des Eigenbedarfs kommt es allein darauf an, dass der Vermieter die vermietete Wohnung selbst nutzen will. Dass die künftige Wohnung des Vermieters eine Fläche von mehr als 200 m2 haben wird, ist unerheblich. Denn für eine dreiköpfige Familie und angesichts des Umstandes, dass die bisherige Wohnung des Vermieters zu klein ist für das von ihm benötigte Arbeitszimmer, ist nicht erkennbar, dass eine missbräuchliche Inanspruchnahme einer zu großen Fläche vorliegt.

Ebenso unerheblich ist, ob die beiden Wohnungen tatsächlich baulich verbunden werden können. Denn die in derselben Etage liegenden Wohnungen können auch durch die äußeren Zugänge hinreichend genutzt werden (Lg Berlin, Urteil vom 7.5.2014, Az. 18 S 34/13).

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