Beschimpfung des Vermieters reicht nicht immer zur Kündigung

 - 

Wer seinen Vermieter oder dessen Verwalter beleidigt, setzt sich generell der Gefahr einer Kündigung aus – auch wenn es auf den Einzelfall ankommt.

Ein Berliner Mieter beschwerte sich wiederholt bei seiner Vermieterin über Lärm aus der Gartenanlage. Da die Vermieterin nicht reagierte, bezeichnete der Mieter den Verwalter der Wohnungsanlage in einem Faxschreiben an die Vermieterin als faul. Eine Mitarbeiterin der Vermieterin bezeichnete er nach einem lautstarken Telefonat auf der Facebook-Seite der Vermieterin gar als talentfreie Abrissbirne.

Das war der Vermieterin zu viel, sie kündigte fristlos und fristgerecht zugleich. Der Fall ging vor Gericht.

Beim zuständigen Amtsgericht fand man das Ganze weniger schlimm. Zwar sei es richtig, dass eine Beleidigung grundsätzlich als Straftat sowohl eine fristlose als auch fristgerechte Kündigung rechtfertigen könne. Hier handele es sich aber nur um geringfügige Beleidigungen. Schließlich seien beide Äußerungen im Zusammenhang mit berechtigten Beschwerden über die Lärmbelästigung gefallen. Hinzu kam, dass die Äußerungen auf der Facebook-Seite der Vermieterin generell nicht besonders freundlich, sondern eher derb waren. Eine wirksame Kündigung hätte hier außerdem eine Abmahnung vorausgesetzt (AG Charlottenburg, Urteil vom 30.1.2015, 216 C 461/14 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.