Kindeswohl entscheidet über Zuweisung der Ehewohnung

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Streiten sich getrennt lebende Eltern darüber, wer in der ehemaligen Ehewohnung bleiben darf, kann das Wohl des Kindes ausschlaggebend sein.

Die Eltern trennten sich, als der Sohn zwar volljährig war, aber noch zur Schule ging. Die Mutter blieb mit dem Sohn zunächst in der zuvor gemeinsam genutzten Wohnung, die beiden Elternteilen je zur Hälfte gehört. Nach Streitigkeiten zwischen Mutter und Sohn, die zu einem nachhaltig gestörten Verhältnis zwischen den beiden führten, beantragte der Vater die Zuweisung der ehemaligen Ehewohnung. Er wolle diese mit seinem Sohn gemeinsam bewohnen. Für seinen Sohn sei eine möglichst geordnete Familiensituation jetzt wichtig, die anders nicht zu erreichen sei.

Die Richter des Oberlandesgerichts Hamm gaben dem Vater Recht. Die Mutter muss nach Ablauf einer Räumungsfrist die Wohnung verlassen, damit der Ehemann diese während der Trennungszeit mit seinem Sohn bewohnen kann. Betrifft eine Wohnungszuweisung Kinder, so sind deren Interessen in der Regel vorrangig zu berücksichtigen. Das gilt auch für bereits volljährige Kinder.

Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist so sehr gestört, dass es dem Kindeswohl nicht entspräche, wenn sie zusammen in der Wohnung blieben. Zum Vater hat der Sohn dagegen ein gutes Verhältnis. Es sind auch keine besonderen Interessen der Mutter erkennbar, die das Kindeswohl überwiegen würden. Die familiären Verhältnisse lassen es auch nicht zu, dass der Vater sich mit seinem Sohn zusammen eine andere Wohnung anmietet (OLG Hamm, Beschluss vom 24.9.2014, 2 UF 58/13 ).

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