Familienauto nach Trennung verkauft: Schadensersatz

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Eheleute müssen sich absprechen, wenn sie gemeinsames Hab und Gut, wie zum Beispiel das Familienauto, verkaufen wollen. Das gilt auch für die Zeit zwischen Trennung und Scheidung.

Nach fast 20 Jahren Ehe trennte sich ein Ehepaar. Der Ehemann blieb mit dem gemeinsamen Sohn in der Wohnung. Die Frau zog aus. Kurz vorm Scheidungstermin verkaufte die Frau das Familienauto zum Preis von ca. 12.000,00 €. Der Noch-Ehemann forderte Schadensersatz. Er hielt sich für den Alleineigentümer des Wagens, zumindest war es als solcher in den Fahrzeugpapieren genannt. Die Finanzierung sei zwar über einen gemeinsamen Kredit gelaufen, aber deswegen dürfe die Frau den Wagen noch lange nicht ohne seine Zustimmung verkaufen. Sie habe sich die Fahrzeugpapiere einfach bei einem Besuch des Sohnes in der alten Wohnung eingesteckt. Die Frau behauptete wiederum, der Wagen sei alleine von ihr genutzt worden, der Mann verfüge einen Firmenwagen.

Der Familiensenat am Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte die Frau zum Schadensersatz - und zwar in Höhe des hälftigen Verkaufspreises. Das Gericht ging hier von Miteigentum aus, weil keiner von beiden das Gegenteil beweisen konnte. Und solange beide Ehegatten Miteigentum an den gemeinsamen Anschaffungen haben – gleich wer von beiden sie nutze –, müsse der andere einem Verkauf zustimmen (OLG Stuttgart, Beschluss vom 18.2.2016, 16 UF 195/15 ).

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